Linz 4 Kids

ORF Sender

„Was soll den dieses rot-weiß-rote Ding auf dem Freinberg??…
Ach ja, das ist ja der Sendemast für Radio- und Fernsehprogramme!“

Um dir das zu erklären, möchte ich dich zuerst etwas in vergangene Zeiten entführen. Und zwar in das Jahr 1924. In diesem Jahr begann für Österreich das Rundfunkzeitalter, denn der erste regelmäßige Rundfunkbetrieb wurde zu dieser Zeit in Wien aufgenommen. Damals gab es in Oberösterreich nur etwa 250 Rundfunkempfangsgeräte (klingt doch lustig…) und somit war ein Radio noch etwas ganz Besonderes. Immer mehr Menschen wollten dann diese spektakuläre Neuerfindung in Anspruch nehmen und so beschloss man, auch in Linz einen Sendemast aufzustellen.

Die Standortsuche gestaltete sich allerdings nicht einfach, bis man westlich der Innenstadt schließlich einen passenden Platz fand. Die Grundeigentümer, die Jesuiten, waren auch bereit, dieses Grundstück zu verkaufen und so errichtete man bereits 1928 dort die erste Sendeanlage. Ursprünglich wurden 2 Türme mit je 45 m Höhe auf dem Freinberg (Seehöhe: 374 m) aufgestellt.

Mit der Sendeleistung war man dann allerdings nicht sehr zufrieden, da es ständig zu Störungen durch andere Sender kam. Letztlich blieb nur noch ein Sendemast übrig, der später mehrmals verstärkt, verändert und ausgetauscht wurde.

„Werden von diesem Sender nur Radiosendungen übertragen?“

Auch diese Frage will ich dir gerne beantworten: Nein, seit August 1955 werden auch Fernsehsendungen vom 146 m hohen Sendemast übertragen. Damit man Oberösterreich jedoch bestmöglich versorgen konnte, war der Sender auf dem Freinberg zu wenig. Man stellte daher einen weiteren Großsender in Lichtenberg auf. Dennoch wird heute noch die Sendeanlage am Freinberg als „Stadtsender“ verwendet und verschiedene Radioprogramme (Ö1, Radio Oberösterreich, Ö3, FM4) und Fernsehprogramme (ORF 1 und 2) werden darüber ausgestrahlt.

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Kunstmuseum Lentos

„Ein Gebäude, das innerhalb einer Nacht seine Farbe einfach ändern kann… das wär doch was! Aber so etwas gibt es doch nicht, oder??“

Doch und zwar sogar in Linz. Genauer gesagt, steht so ein Gebäude direkt an der Donau zwischen Nibelungenbrücke und Brucknerhaus. Du hast es bestimmt schon erraten… Hier wird vom Lentos, dem Linzer Kunstmuseum gesprochen.

Du fragst dich, wie das geht?
Gut. Eigentlich besteht dieser Bau – wie viele andere auch – aus Beton.
Das Besondere ist aber, dass man rund um das Gebäude eine halbdurchsichtige Glashülle angebracht hat. Hinter dieser Glasfassade wurden hunderte Leuchten montiert, die in verschiedenen Farben und auch verschieden hell leuchten können. (Ach ja, das Wort Fassade bedeutet übrigens Schauseite oder Außenansicht…)

„Wem so etwas einfällt, möchtest du wissen?“

Auch das kann ich dir sagen: dem Schweizer Architekten Jürg Weber. Er hat sich das Lentos so vorgstellt: „Wie ein gläsernes Schiff wird das Lentos dann am Donauufer liegen – auf der einen Seite vom Wasser umspült, auf der anderen Seite von einem Park umschlossen“. Klingt doch toll!! Mit dieser Idee vom Lentos gewann der Schweizer übrigens den europaweiten Wettbewerb, der anlässlich der Planung ausgeschrieben wurde.

Das schiffsänhliche, 130 Meter lange, dreigeschoßige Bauwerk mit 8000 m² Ausstellungsfläche hat übrigens 33 Millionen Euro gekostet! Ganz schön viel, oder??

Dieses Museum wurde erst im Jahr 2003 eröffnet und soll sogar eines der wichtigsten Museen von moderner Kunst in Österreich sein. Man kann sich also zahlreiche Kunstwerke bekannter Maler darin ansehen und es finden weiters aktuelle Ausstellungen, Jazz-Konzerte sowie Workshops – auch für Kinder – darin statt. Außerdem beherbergt das Lentos eine Bibliothek mit 25.000 Büchern und Katalogen.

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Ars Electronica Center

„AEC oder ABC wie war das nochmal?? Du hast Recht, das sind zwei völlig verschiedene Dinge…“

Das AEC, also das Ars Electronica Center, wird immer wieder auch das „Museum der Zukunft“ genannt. Dieses Gebäude befindet sich am nördlichen Donauufer der Stadt Linz und ist in der Form eines Schiffes konzipiert.

Möchtest du wissen was man dort sehen kann? Ich werde es dir verraten: Dieses Museum bietet dir auf sechs Ebenen die Möglichkeit interessante Verwendungsmöglichkeiten des Computers kennen zu lernen. So gibt es hier zum Beispiel einen Flugsimulator und man kann einen virtuellen Stadtrundgang machen.

“ ‚Virtuell‘ klingt komisch, bedeutet aber nichts anderes als scheinbar… oder in diesem Zusammenhang auch unwirklich… Einmal im Jahr findet hier auch der „Prix Ars Electronica“ statt. Das ist ein Wettbewerb für Kunst, die mit dem Computer gemacht wurde. Aber das kannst dir ganz einfach merken, denn du kennst ja bestimmt das Wort „Grand Prix“, wie es bei Autorennen heißt…“

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Schloss

„AEIOU… das sind doch die Selbstlaute oder??? Ja, das ist schon richtig, aber du wirst erstaunt sein, was es dazu noch zu erzählen gibt!“

Die Römer errichteten vor fast 2000 Jahren im Bereich des heutigen Landestheaters ein Kastell zum Schutz gegen die Germanen. Du weißt nicht, was ein Kastell ist? Ich will es dir verraten: Das ist die Bezeichnung für eine Befestigungsanlage, Burg oder Festung. Übrigens der Name dieses Kastells war „Lentia“!

1000 Jahre später wurde an dieser Stelle dann eine kleine Holzburg errichtet, die den Donauübergang schützen sollte.

Vor ungefähr 500 Jahren, also im Mittelalter musste Kaiser Friedrich III. vor den Ungarn aus Wien flüchten. Er, der Kaiser, wollte natürlich nicht in einer alten, schiefen und zügigen Holzburg wohnen und ließ daher die Burg „ze linze“ erbauen. Das Friedrichstor und ein paar alte Mauern sind heute noch aus dieser Zeit erhalten.

Am Friedrichstor kann man auch jetzt noch die Pechnase, Schießscharten und den Wappenstein mit dem bekannten Spruch AEIOU bewundern. Diesen Spruch ließ der Kaiser an vielen berühmten Bauten anbringen. Was er heißen soll, da wird noch gerätselt… Zwei Deutungen davon sind:

Austria Erit In Orbe Ultima“
(Österreich wird ewig sein!)
Alles Erdreich Ist Österreich Untertan!“

Du merkst schon… dieser Kaiser war ganz fest von der Größe und Macht Österreichs überzeugt…

Kaiser Rudolf II. ließ vor ungefähr 400 Jahren die mittelalterliche Burg durch ein barockes Schloss ersetzen. An ihn erinnert noch das Rudolfstor am Osteingang mit dem mächtigen Wappen.

Am 15. August 1800 brach im Schloss, in dem zu dieser Zeit verwundete Soldaten untergebracht waren, ein Brand aus.

Feuerknechte versuchten den Brand zu löschen, aber es war zu spät. Der Südteil der Burg brannte völlig nieder und wurde nie wieder aufgebaut. Da das Schloss mit dem Landhaus durch einen Holzgang verbunden war, griff das Feuer rasch auf die ganze Stadt über und richtete auch dort großen Schaden an.

„Du wunderst dich vielleicht, warum man das Feuer nicht rechtzeitig löschen konnte?“

Das habe ich mich auch gefragt und Folgendes herausgefunden: Früher standen die Häuser viel dichter beisammen, da alle gerne im Schutz der Stadtmauern leben wollten. Viele Teile der Häuser waren aus Holz und auch die Dächer waren mit Holzschindeln eingedeckt. Es genügten also schon Funken um anliegende Häuser in Brand zu stecken. Außerdem musste das Wasser ja mit Eimern von Brunnen oder der Donau herbeigebracht werden und das dauerte oft viel zu lange.

Später wurde das Schloss als Gefängnis, als Kaserne und als Flüchtlingslager verwendet. Seit ca. 40 Jahren befindet sich im Schloss ein Museum, wo es immer wieder zusätzliche Ausstellungen zu besichtigen gibt.

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Pöstlingberg

„Oups, hier gibts aber viel zu erzählen… da weiß ich ja gar nicht wo ich beginnen soll.“

Na ja, zuerst mal die allgemeine Info: Der Pöstlingberg liegt auf einer Seehöhe von 537 Metern – also rund 280 Meter über Linz. Wie du dir denken kannst, hat man dort oben eine besonders gute Aussicht auf die umliegende Gegend. Man kann an klaren, schönen Tagen sogar bis zu den Alpen sehen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Menschen den Pöstlingberg so gerne besuchen. Lass dir erzählen, was es sonst noch zu bestaunen gibt.

Pöstlingbergbahn
Bereits die Fahrt auf den Pöstlingberg kann schon ein Erlebnis sein, wenn man nämlich mit dieser Bahn den Berg erklimmt. Die Pöstlingbergbahn gibt es schon länger als 100 Jahre und sie zählt zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Eine Adhäsionsbahn, ist eine Bahn, die sich die Reibungskräfte zur Fortbewegung zu Nutze macht. Mit einer gemütlichen Geschwindigkeit von 12 km/h transportiert sie täglich Besucher von der Bergstation über eine 2,9 km lange Schienenstrecke auf den Gipfel des Pöstlingberges.

„Schätze mal wie viele Besucher jährlich transportiert werden! Sind es 5.000, 50.000 oder 500.000?… Kaum zu glauben, aber es sind 500.000 Menschen, die jährlich mit der Bahn befördert werden!“

Wer kennt sie nicht, diese doppeltürmige Kirche, die man schon von Weitem sehen kann. Manchmal hab ich den Eindruck, dass diese Wallfahrtskirche zu Ehren der sieben Schmerzen Maria ganz stolz vom Pöstlingberg herabblickt. Wahrscheinlich ist sie auch deshalb, weil sie so markant ist, ein Wahrzeichen der Landeshauptstadt Linz.

Grottenbahn
„Es war einmal ein Zwerg am Pöstlingberg, der hatte in seiner Grotte viele, viele Freunde versammelt. Elfen, Drachen, Hexen, lustige Gestalten, zauberhafte Figuren. Und weil ihr Reich so entzückend ist, sind sie heute noch dort. …“(www.grottenbahn.at)

„HAAAAAAALT nicht einschlafen! Ich will dir doch noch mehr erzählen!“

Die Grottenbahn ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel für viele Kinder. Ein elektrisch angetriebener Zug mit einem Drachenkopf fährt in einer kreisförmigen Bahn durch eine Grotte im Pöstlingberg. Viele Zwerge und Figuren aus berühmten Märchen können hier bestaunt werden.

Bei zwei Rundfahrten werden einmal die links und einmal die rechts befindlichen Nischen beleuchtet, in denen die Zwerge regieren. Im Kellergewölbe der Grottenbahn befindet sich eine Nachbildung des Linzer Hauptplatzes mit den Geschäftslokalen aus vergangenen Zeiten. In den Nischen mit Märchendarstellungen kannst du lebensgroße Figuren wie Schneewittchen, Hänsel und Gretel, den Froschkönig, Rübezahl und die Bremer Stadtmusikanten bestaunen.

Tiergarten

Über 800 Tiere von 140 unterschiedlichen Tierarten der heimischen oder exotischen Tierwelt kann man im Linzer Tiergarten beobachten.

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Brucknerhaus

„Brucknerhaus kommt doch von Brücke, oder? Das hab ich zumindest immer geglaubt! Aber jetzt bin ich klüger…“

Fast länger als es genaue Pläne für den Bau eines Konzerthauses in Linz gab, stand fest, dass dieses „Irgendetwas“ den Namen des bedeutendsten Komponisten aus Oberösterreich tragen sollte. Du hast das bestimmt gewusst… Anton Bruckner hieß dieser Herr!

Nach dem 2. Weltkrieg schlossen sich Freunde Anton Bruckners zusammen und gründeten den „Brucknerhaus-Verein“. (Natürlich waren das keine echten Freunde von ihm, denn die müssten sonst ziemlich alt gewesen sein… hihi! Ihr würdet diese Menschen wahrscheinlich eher als Fans von Bruckner bezeichnen!) Diese Gruppe setzte sich intensiv für den Bau der Konzerthalle ein und es wurde so die Errichtung des Brucknerhauses Ende der Fünfzigerjahre von der Stadt Linz beschlossen.

Aber wer sollte dieses Bauwerk planen? Wer hat wohl dafür die beste Idee? Genau, das hat man sich damals auch gefragt und daher einen Wettbewerb für Architekten ausgeschrieben. 1961 standen dann die Gewinner fest: Es war ein finnisches Arichtektenehepaar, das den besten Plan für die Errichtung des Konzerthauses hatten. Versuch doch mal ihre Namen laut zu lesen: Kaija und Heikki Siren.

1969 begann man dann das Brucknerhaus zwischen der Nibelungen- und der Eisenbahnbrücke zu bauen. Am 23. März 1974 war es also soweit: Endlich konnte das neue Konzerthaus mit dem Musikstück „Die siebte Symphonie“ feierlich eröffnet werden. Von wem dieses Werk stammt, brauch ich dir glaub ich nicht sagen. Das kannst du bestimmt erraten!

„Schätze doch mal wie lange die Glasfront des Brucknerhauses ist! Ich weiß es schon. Nämlich 130 Meter, das ist doch ziemlich lang oder??“

Heute finden hier viele Konzerte, Bälle und auch Veranstaltungen für Kinder statt. Besonders berühmt ist die „Linzer Klangwolke“, wo das Brucknerorchester auf einer Bühne im Wasser musiziert und tausende Zuhörer mit schöner Musik verzaubert. Mit dieser „Klassischen Klangwolke“ wird jährlich das Brucknerfest eröffnet. Weiters finden jedoch auch noch eine visualisierte und sogar eine eigene Kinderklangwolke statt.

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Brückenkopfgebäude

„Diese riesigen Bauten stechen jedem gleich ins Auge… wenn man von der Dreifaltigkeitssäule Richtung Donau blickt.“

Die beiden Gebäude, die den Hauptplatz Richtung Donau hin abschließen, werden Finanzgebäude Ost und West oder Brückenkopfgebäude genannt. Das kannst du dir bestimmt merken… denn sie bilden – wie der Name schon verrät – den Kopf der Brücke. Heute befindet sich im Finanzgebäude West sowie in Ost ein Teil der Linzer Kunsthochschule.

Wegen des Baues der Nibelungenbrücke musste 1939 der gesamte Brückenkopf neu gestaltet werden. Die Häuser, die früher dort standen, wurden abgetragen und diese monumentalen Bauten mit Granit errichtet. (Monumental hört sich doch spektakulär an… oder? Die Bedeutung ist allerdings einfach: gewaltig, groß, prächtig…) Die Adlergasse sowie die Badgasse wurden durch diese Umgestaltung

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Martinskirche

„Ein Backofen in der Kirche… Du fragst dich, ob es das wirklich gibt? Na, dann bist du auf dieser Seite richtig… Du wirst staunen!“

Die Martinskirche auf dem Römerberg wurde 799 erstmals in Urkunden erwähnt. Sie ist aber noch viel älter!

Der älteste Bauteil dieser Kirche stammt wahrscheinlich aus dem Jahrhundert direkt nach Christi Geburt und ist ein Backofen! Das kannst du nicht glauben ? Na dann besuch doch die Kirche und sieh ihn dir an! Er ist übrigens durch eine Glasplatte geschützt.

Jetzt, wo du weißt, wie alt dieser Bestandteil der Kirche ist, wirst du mir vielleicht auch glauben, dass dieses Gotteshaus als älteste, noch bestehende Kirche Österreichs gilt!!!

Wahrscheinlich kannst du dir vorstellen, dass so alte Bauten dann oft verändert und umgebaut worden sind. Genau so ist das auch bei der Martinskirche der Fall. Die Kirche wurde immer wieder umgestaltet und einzelnen Stilrichtungen angepasst. Experten erkennen natürlich diese Details und können sie somit bestimmten Zeiträumen zuordnen.

Es klingt unglaublich, aber in Kriegszeiten wurde die Kirche zwischendurch sogar als Pferdestall und als Militärdepot benutzt! Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde sie dann wieder als Kirche verwendet.

„Genau, nicht zu vergessen ist auch noch das Gemälde an der Nordwand… „

Es stellt die Spielmannslegende dar: Jesus Christus wirft einem armen Spielmann, der vor ihm kniet, einen goldenen Schuh zu. (Oups, was ist noch mal schnell eine LEGENDE? Ach ja, eine Erzählung!)

„Wenn du möchtest kannst du die Legende jetzt lesen… ich hab sie für dich aufgeschrieben!“

Die Legende vom Spielmann
Einst zog ein armer Spielmann durchs Land. In einer Kirche sah er eine seltsame Darstellung des gekreuzigten Christus. Dieser hing nicht am Kreuz, sondern er stand mit einem langen weißen Gewand und mit goldenen Schuhen an den Füßen auf dem Altartisch. Der Spielmann bewunderte die Darstellung, und anstatt eines Gebetes spielte er in der Kirche, und siehe da:

Als er zu spielen aufhörte, warf ihm der Heiland einen seiner goldenen Schuhe zu. Voll Freude lief er zum Goldschmied, um den Schuh zu verkaufen.

Doch der Goldschmied erkannte den Schuh und ließ den Spielmann als Dieb festnehmen. Sosehr er auch seine Unschuld beteuerte, es wollte ihm niemand glauben. Das Urteil war schnell gesprochen. Am anderen Tag sollte er hingerichtet werden. Schon wollte man ihn vor die Stadt zum Galgen hinausführen, da bat der Spielmann vor seinem Tod noch einmal vor der Statue des Gekreuzigten spielen zu dürfen. Diesen Wunsch musste man ihm erfüllen.

Der Spielmann spielte so andächtig wie nie zuvor. Als er geendet hatte, glaubten die Leute zu träumen, denn vor dem Verurteilten lag der zweite goldene Schuh des Heilands. Nun erkannten auch die Gerichtsherren die Unschuld des Spielmanns und ließen ihn frei.

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Neues Rathaus

„Über 600 Büros in einem Haus! Da findet doch kein Mensch mehr was er braucht, oder?“

Du hast nicht ganz unrecht, 600 Büroräume – das ist wirklich ganz schön viel. Aber ich kann dich beruhigen: im östlichen Foyer (= der Vorhalle) ist das Bürgerservice untergebracht: Hier kann man bereits sehr viele Behördengänge tätigen – das heißt die Damen und Herren, die dort arbeiten, erledigen deine Anliegen gleich.

Was ist denn so ein Behördengang? Na, zum Beispiel wenn du einen Pass benötigst, bist du hier richtig. Außerdem kannst du an diesen Schaltern auch Wünsche, Anregungen und Beschwerden an die Stadt Linz weitergeben.

Das Bürgerservice ist also ein ganz besonders wichtiger Bereich, der übrigens zum Einwohner- und Standesamt gehört. Dieses Amt zeichnet auch genau auf, wann jemand geboren oder gestorben ist und wenn jemand heiraten möchte, ist er auch an dieser Stelle richtig. Diese Leute haben also ganz schön viel zu tun, daher ist das Bürgerservice täglich elf Stunden lang (von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 18 Uhr) geöffnet.

Neben dieser wichtigen Dienststelle sind hier natürlich auch noch zahlreiche weitere Ämter, wie zum Beispiel das Bauamt, das Sozialamt, das Jugendamt, das Kulturamt, das Fundamt,…. untergebracht. Ach ja, und eins ist mir noch von diesem Gebäude in Erinnerung geblieben: Man kann hier ein riesiges Modell der Stadt Linz besichtigen.

„Schätz doch mal wie viele Menschen im Neuen Rathaus arbeiten! 100, 1000 oder 2000?… Tatsächlich 1000 Leute arbeiten in diesem Gebäude – ist doch erstaunlich, nicht?“

Jetzt kannst du bestimmt besser verstehen, warum man im Alten Rathaus wirklich nicht mehr genug Platz hatte und eben das Neue Rathaus errichten musste. Zuerst wollte man das Neue Rathaus ja an der Stelle errichten, wo jetzt das Alte Rathaus steht. Aber diese Pläne wurden wieder verworfen. (Ist auch gut so, denn es wär ja wirklich schade gewesen um den schönen alten Eckturm!!) Nach längerer Standortsuche hat man dann beschlossen, das Gebäude in Urfahr zu errichten und es wurde dazu wieder einmal ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Rupert Falkner und Anton Fürtler gewannen die Ausschreibung und so wurde dieses gewaltige Bauwerk mit seinen 110 m Länge und 80 m Breite errichtet.

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Altes Rathaus

„Welches Gebäude kann wohl mit Würde die Adresse ‚Hauptplatz 1‘ tragen??“

Völlig richtig… das Rathaus! Genauer gesagt das Alte Rathaus. Es heißt deshalb so, weil man später ein größeres Gebäude in Urfahr errichtete…

Aber auch sonst würde die Bezeichnung alt stimmen, denn stell dir vor, das Rathaus ist ca. 500 Jahre alt! Aus dieser Zeit sind noch der achtseitige Eckturm mit der astronomischen Uhr und einige Räume im Inneren erhalten. Später (vor ungefähr 200 Jahren) wurde es mit dem Nachbarhaus zu einem sieben Fenster breiten Haus zusammengebaut. An der Fassade kann man heute noch die Gliederung durch etwas hervortretende Halbpfeiler erkennen.

„Für ganz kluge Köpfe: solche Pfeiler oder Stützen nennt man auch Pilaster. Ob das deine Eltern wohl wissen??“

Über dem Balkon halten zwei Engelsfiguren das Linzer Stadtwappen. Der Balkon über dem Hauptportal (Portal heißt übrigens Tor oder Eingang) hat Geschichte gemacht:
Hier segnete Papst Pius VI. vor 200 Jahren die Linzer und Adolf Hitler verkündete hier am 12. März 1938 den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

„Ein Besuch im Alten Rathaus lohnt sich…“

Das Alte Rathaus wurde vor einigen Jahren erneut etwas umgebaut und umfassend renoviert. Es hat mehrere Höfe mit schönen Arkadengängen, die sehenswert sind und in einem Hinterhaus kannst du dir eine Ausstellung zur Linzer Stadtgeschichte (Genesis Museum) ansehen. Ach ja und außerdem kannst du hier eine wichtige Persönlichkeit treffen. Denn hier am Hauptplatz Nummer 1 hat auch die Nummer 1 der Stadt sein Büro. Wer das ist? Genau, der Bürgermeister.

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